einfachpetra

Gedichte, Geschichten, Lustiges und Tiefsinniges, eben einfach Petra :-)

Vom Sinn

„Nun ist es also soweit“, seufzte traurig der kleine Stern. „Mein letzter Lichtstrahl fliegt in Richtung Erde und dann werde ich für ewig verlöschen.“ Sehnlichst wünschte er sich, dass sein Leben und besonders sein Licht noch einmal Segen bringen möge, dass sein Dasein nur noch ein einziges Mal Sinn ergeben würde.

Und Gott erhörte den Wunsch des kleinen Sterns.

Zweitausend Jahre später träumte auf der Erde eine kleine unscheinbare Knospe, die fernab vom Sonnenlicht ihre Hoffnung aufs Erblühen aufgegeben hatte, von einem sterbenden Stern, der ebenso traurig wie sie über den Sinn seines Daseins nachdachte. Sie sah in ihrem Traum, wie seine Sehnsucht sich tief mit ihrer eigenen verwob und spürte in diesem Moment eine Liebe, die nicht von dieser Welt zu sein schien. Verzaubert öffnete sie vorsichtig ihre Blütenblätter um immer mehr das Sternenlicht in ihr Innerstes zu lassen, so lange bis sie ganz offen und erfüllt vom Licht, direkt in den Himmel sah. Und dort oben erblickte sie in einer unermesslichen Weite, unzählige leuchtende Sterne. Diese schauten verwundert auf die Erde, denn noch nie hatten sie so etwas dort gesehen. Sie raunten sich zu: „Schaut nur, da ist ja einer von uns. Er leuchtet auf der Erde weiter. Was für ein Wunder, das ist Magie!“
Gott aber lächelte zufrieden: „Licht überwindet Zeit und Raum, manchmal genügt ein kleiner Traum, nur um zwei Wesen, die sich finden, mit Sinn und Liebe zu verbinden.“

© Petra Möller

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