einfachpetra

Gedichte, Geschichten, Lustiges und Tiefsinniges, eben einfach Petra :-)

Mitgefühl…

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„Die größte Ausdehnung unseres Herzens geschieht durch Mitgefühl. Und ausgedehntes Mitgefühl ist bedingungslose Liebe.“

-Petra Möller-

Für Sananda – In meinem Herzen ist ein Raum

 

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In meinem Herzen ist ein Raum,

dort wohnen du und ich,

verwoben wie in einem Traum,

längst eins geworden, Seelenlicht.

 

In meinem Herzen ist ein Raum,

verborgen schützt er still das Licht,

und weil die Angst im Weltentraum

es offenbart noch nicht.

 

In meinem Herzen ist ein Raum,

unendlich dehnt er sich ins Licht,

so lange bis aus diesem Traum,

die Wahrheit spiegelt mein Gesicht.

 

In meinem Herzen ist ein Raum,

ein off‘ner Kelch, gewebt  aus Licht,

endlich erwacht aus tiefem Traum,

zeigt klar und ganz die Liebe sich.

 

© Petra Möller

Klanglesung Susanne Hoffmann und Petra Möller am 11.11.2016

Hier könnt Ihr nachträglich ein bisschen dabei sein, es war ein wunderbarer Abend!

Hier der 1. Teil mit Susanne Hoffmann und ihrem Buch:

Und hier der 2. Teil mit mir:

Erklärbär, Zuhörstör und Ausweinschwein

Letzten Dienstag gab ich für NDR1 Radio MV ein Interview zum Thema ‚Jung verwitwet‘, einmal als Betroffene und auch als ausgebildete Trauerbegleiterin. Es war gerade 12 Stunden her, dass ich mich von meinem wunderbaren Hund verabschieden musste und ich hatte verzweifelt hin und her überlegt, ob ich das Interview absage oder nicht. Ich entschied mich dann doch dafür, wollte aber authentisch bleiben. Eine Stunde vorher begab ich mich in eine tiefe Meditation. Ich erinnere mich dann nur noch, dass ich der netten Moderatorin 2 Stunden lang Rede und Antwort stand. Keine Ahnung im Nachhinein was sie fragte und was ich antwortete. (Die Auflösung erfolgt am 18.11.)
Heute fiel mir dann noch etwas sehr Schönes zum Thema ein, was ich mit Sicherheit nicht so gesagt habe. 😉 Drei Vergleichstiere, die in einem guten Trauerbegleiter wohnen sollten… mehr oder weniger. Der Erklärbär, der ja ansonsten in der Welt gute Dienste tut, er sollte in so einem Falle sehr zurückhaltend sein, auf keinen Fall mehr als 5% Raum einnehmen. Und unbedingt sollte er vermeiden, etwas weg-zu-erklären, wie z.B. die Trauer oder den Schmerz. (Bsp.: „Sei nicht traurig, er/ sie hat nicht gelitten und doch ein schönes Leben gehabt.“) Pfui! Das ist kein Trost, das ist eine schmerzhafte Abwertung der Gefühle. Bitte auch keine Versuche, den Tod zu erklären … nein… auch nicht spirituell schöngefärbt!!! Nicht in so einem Moment! Der Zuhörstör und das Ausweinschwein sind leider nicht so beliebt, weil sehr wenige Menschen es ertragen NUR zuzuhören, ohne das Gesagte zu kommentieren. Dem Ausweinschwein geht es nicht besser, denn wer kann schon unendliche Tränenströme aushalten? Es erinnert und spiegelt doch die eigene Angst vor Tod und Trauer. Diese beiden Tiere zuerst in sich selbst zuzulassen, bedeutet Heilung. Sie verhelfen Dir zu wahrer Empathie und Herzensgüte. Sie machen Dich menschlich, verletzlich und schön. Ich durfte es einmal vor vielen Jahren bei einer Therapeutin erleben. Heulend und zähneklappernd kötzelte ich ihr mein ganzes Elend in die Praxis, ein nicht enden wollender Strom. Sie hatte die ganze Zeit beruhigend und mütterlich ihre Hände auf meinen Schultern. Als ich endlich fertig war, sagte sie mit warmer Stimme und offenem Herzen: „Ich verstehe dich!“. Das war die schönste Therapie meines Lebens. Der Zuhörstör und das Ausweinschwein sind wunderbare herzenswarme Tiere. Ich füttere sie seitdem mit viel Liebe.

Video zu Phönixtränen

Bald erscheint mein neues Buch und als Vorfreude bekommt Ihr heute ein ganz besonderes Video von mir. Mit Kopfhörern und gutem Sound ist die Musik dazu besonders schön. Lasst Euch verzaubern!

Und jetzt (1.10.) ist es erschienen.:-) Ihr bekommt es bei amazon und natürlich auch direkt von mir. Wenn Ihr es bei mir bestellt, gibt es eine wunderschöne Karte vom kompletten Phönix-Bild mit einem Segenswunsch dazu.

 

Das Video zur Lesung

Hier dürft Ihr nun Auszüge der Lesung im Video sehen. Es lohnt sich, bis zum Ende dabei zu bleiben! 🙂

 

Meine Lesung ‚Im Spiegel deiner Seele‘ am 18.12.2015

Die Wahrheit über Frau Holle

Frau Holle

Die Wahrheit über Frau Holle

Es war einmal vor vielen hundert Jahren, da wurde das Märchen von Frau Holle erzählt. Damals nutzen die Märchenerzähler die Kraft der einfachen Sprache, um dem gesamten Volke die tiefe Weisheit eines Märchens vertraut zu machen. Mit dem zeitlichen Rahmen nahmen sie es nicht so genau, wussten sie doch im tiefsten Inneren, dass die lineare Zeit nichts weiter als eine Täuschung ist. Also achtet bitte in Folge mehr auf Frau Holles weit geöffnetes Fenster, als auf die Zeitfenster. Doch nun möge es -dank der Evolution- an der Zeit sein, die ganze Wahrheit über Frau Holle zu verkünden, ohne dafür auf einem Scheiterhaufen zu landen.

Frau Holle heißt in Wahrheit Frau Holle-Grace. Ja, sie hat einen Doppelnamen. Denn sie ist der weibliche Aspekt der Göttlichkeit. Täglich schüttelt sie die Betten der Gnade und des Segens über den Menschen aus. Sie tut dies in tiefster Hingabe, obwohl kaum ein Mensch es noch spürt, geschweige denn dankbar dafür ist. Ab und an gelangen die Seelen der Menschen in das Haus von Frau Holle-Grace, wenn diese Seelen sich in der Winterzeit des Lebens, also zwischen zwei Verkörperungen, durch den Brunnen des Wandels dem Studium und der Stille widmen wollen.

So geschah es auch mit Marie. Das erste Mal, als sie in den Brunnen sprang, tat sie es keineswegs aus Verzweiflung. Sie war zu Lebzeiten ein verwöhntes und hochmütiges Mädchen gewesen und auch jetzt hoffte sie, dass es für sie Gold regnen würde. Aber möglichst ohne etwas dafür tun zu müssen.

Marie landete am Ende des Brunnens auf der himmlischen Wiese und als erstes entdeckte sie einen Ofen voller Brote. Diese schrien verzweifelt: „Zieh uns raus, zieh uns raus, sonst verbrennen wir!“ Aber Marie beachtete sie gar nicht, schließlich verspürte sie momentan keinen Hunger und außerdem machen zu viele Kohlenhydrate dick. Weiter ging ihr Weg, vorbei an dem Apfelbaum, der rief: „Schüttle mich, schüttle mich, meine Äpfel sind allesamt reif!“ Marie entgegnete empört: „Glaubst du, ich will mir mein Kleid und meine Hände ruinieren? Ich kaufe mein Obst im Supermarkt!“ Und schon näherte sie sich eiligen Schrittes dem Haus von Frau Holle-Grace. Diese schaute aus dem Fenster. Marie rief ihr zu: „Ich hörte davon, dass du die Menschen mit Gold beschenkst, deswegen bin ich hier.“ Frau Holle-Grace ließ sie herein und bot ihr eine Arbeit an. Marie sollte täglich die Betten ausschütteln, damit es auf der Erde schneite, um auf diese Weise Gnade und Segen zu den Menschen fließen zu lassen. Marie war nicht begeistert, aber in Anbetracht des Goldes willigte sie missmutig ein. In den ersten Tagen gab sie sich wirklich Mühe, aber dann verlor sie die Lust, da die Menschen auf der Erde sie weder wahrnahmen noch lobten. Letztendlich blieb sie einfach im Bett. Auf der Erde fehlte es nun an Gnade und Segen und die Menschen führten deshalb noch mehr Streit und Kriege, als je zuvor.

Frau Holle-Grace war es leid mit Marie und so schickte sie diese wieder zurück in Richtung Erde. Als Marie in das Tor des Vergessens trat und auf die Belohnung wartete, regnete es aber kein Gold, sondern schwarzes Pech. „Komm wieder, wenn du gelernt hast Dein Ego im Zaum zu halten. Komm wieder, wenn du bereit bist selbstlos zu dienen! Erlebe die Kraft des Gesetzes von Ursache und Wirkung!“ Mit diesen Worten schloss Frau Holle-Grace sanft das Tor hinter Pechmarie.

Viele Leben lang hatte Marie nun zu tun, das schwarze Pech zu tragen und daraus zu lernen. Doch dann wurde sie als ein sehr armes Mädchen geboren, das ungeliebt und traurig bei seiner bösen Stiefmutter und deren leiblichen Tochter aufwuchs. Den ganzen Tag musste sie spinnen, während ihre Schwester faul in den Tag lebte. Demütigungen, Schläge und Hunger gehörten zu ihrem Alltag. Eines Tages stach Marie sich an der Spindel und ihr Blut verunreinigte die Spule. Aus Angst vor der Stiefmutter wollte sie die Spule im nahen Brunnen waschen, aber diese fiel ihr hinein. Verzweifelt sprang Marie hinterher, rauschte durch den tiefen Brunnen, um dann sanft auf der himmlischen Wiese zu landen. Dort fühlte es sich merkwürdig vertraut für sie an.

Als Marie am Ofen vorbei kam, sah sie das fast verbrannte Brot und holte es flugs aus der Hitze, bevor es überhaupt darum bitten konnte. Sie brach sich selbst ein Stück vom Brot ab, um es mit Genuss zu essen. Der Ofen bedankte sich seufzend und sprach: „Du hast das Brot des Lebens gerettet und gekostet, möge es nun deinen weiteren Weg segnen!“ Weiter ging der Pfad zum Apfelbaum. Sie schüttelte ihn so lange, bis auch der letzte Apfel geerntet war. Der Baum sagte erleichtert: „Danke mein Kind, nun bist du reif für die Erkenntnis! Frau Holle-Grace erwartet dich!“

Und so gelangte Marie schließlich in das Haus der gütigen alten Frau. „Nun liebe Marie, bist du denn bereit, absolut selbstlos zu dienen? Bist du bereit, täglich die Betten zu schütteln, um den Menschen Gnade und Segen zu schenken? „Von Herzen gerne!“, antwortete Marie, und von nun an schneite es so wunderbar auf der Erde, dass diese in himmlische weiße Stille eingehüllt wurde. Leider spürten die Menschen auch jetzt kaum etwas, sie waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt und schimpften über den vielen Schnee, der ihre Autos und Häuser bedeckte. Der Schnee machte Arbeit und das verärgerte die Menschen, denn sie waren in dem Glauben gefangen, niemals genug Zeit zu haben. Stille empfanden sie als unerträglich und übertönten sie mit lauter Musik oder dröhnenden Fernsehern, vor denen sie stumpf saßen. Marie stimmte das sehr traurig, aber sie gab nicht auf und schüttelte weiterhin Tag für Tag Segen und Gnade über die Welt. Ein wenig würde schon angenommen werden, daran glaubte sie fest.

An den Abenden führte sie wunderbare Gespräche mit Frau Holle-Grace und lernte begeistert von deren Weisheit. „Die Menschen befolgen viele Gebote“, sprach eines Abends Frau Holle-Grace. „Aber sie tun es nicht freiwillig, sondern aus Angst. Das wichtigste Gebot kennen sie nicht und wollen es auch gar nicht anerkennen. Höre gut hin Marie, es lautet: Entsage dich deiner Anhaftungen!

Marie schaute fragend und so fuhr Frau Holle-Grace fort. „Die Menschen wollen ständig alles besitzen, sie überhäufen sich mit materiellen Dingen, Häusern, Autos, ja sie wollen sogar andere Menschen und deren Leben besitzen. Sie sagen in völliger Unbewusstheit ‘Meine Frau’, ‘Mein Kind’, ‘Mein Hund’, ‘Mein Auto’, ‘Mein Land’. Sie spüren kein bisschen, dass ihnen nichts in dieser vergänglichen Welt gehört und dass sie an all diesen Dingen und Menschen anhaften. Oft glauben sie sogar, das wäre Liebe. Dann leiden sie wieder unter all ihren unerfüllten Erwartungen und vielen Verlustängsten. Anhaftung kann niemals Liebe sein. Denn wahre Liebe läßt frei, sie fängt erst dort an, wo Anhaftungen aufhören. Die Anhaftungen werden oft zur unstillbaren Sucht, weil die Herzen leer sind, weil kein größerer Sinn das Herz erfüllt. Hinter allem lauert die übergroße Angst vor dem Tod. Denn den haben die Menschen verbannt. Wenn sie den Tod wieder zurück ins Leben holen würden, könnten sie ihre Anhaftungen und Verlustängste schneller wahrnehmen und heilen. Heilen, indem sie erkennen, dass der Tod nur eine Illusion von Trennung ist und in Wahrheit die Neugeburt in eine neue Bewusstseinsebene bedeutet. Wenn sie zudem noch erkennen, dass es ihre Seelen sind, die unzerstörbar mit allem verbunden bleiben, so könnten ihre leeren Herzen sich mit dem Gold der bedingungslosen Liebe füllen und sie würden alle Anhaftungen in Leichtigkeit loslassen. Denn sie dürften dadurch etwas wiederfinden, das umso vieles größer ist als ihr Ego und ihre Verkörperung. Etwas, für das sie im Innersten lichterloh entflammen und sogar bereit wären, dafür zu sterben. Dann könnten auch Gnade, Segen und die eigene Hingabe wieder spürbar und erfüllend in ihre Herzen einziehen.“

Marie schwieg ergriffen, als Frau Holle eine kurze Pause machte, um dann zu verkünden: „Das ist die Erkenntnis für dich, mein liebes Kind. Nimm sie und gehe damit zurück auf die Erde. Gehe an einen Ort, wo all das noch einen Sinn macht und von dort aus verbreite die Erkenntnis durch dein Sein, dein Vorbild, über die ganze Welt. Schon morgen wirst du durch das Tor gehen.“

Und so geschah es am nächsten Morgen. Marie umarmte Frau Holle-Grace gerührt und zutiefst dankbar. Dann aber löste sie sich lächelnd aus deren Armen und ging durch das Tor. Diesmal fiel der Schleier des Vergessens nicht über sie, aber dafür füllte sich ihr Herz mit Gold. Sich ihres Auftrages bewusst und voller Liebe ging sie zurück auf die Erde. Dort wurde sie als ein kleines Mädchen in einem Land namens Indien geboren. Behütet wuchs sie auf, ihre Liebe wurde gesehen und geachtet. Sie schenkte den hungernden Menschen ihres Landes Brot, Äpfel und Umarmungen. Schon bald erfuhr man von ihrem selbstlosen Dienen in der ganzen Welt. Goldmarie umarmte unermüdlich, voller Hingabe und mit dem unerschöpflichen Gold in ihrem Herzen Hunderttausende Menschen weltweit. Sie öffnete deren Herzen für die Wahrheit der Frau Holle-Grace und die Menschen nannten Goldmarie nun liebevoll : Amma, die Mutter.

Frau Holle-Grace aber schüttelte weiterhin die Betten der Gnade und des Segens über den Menschen aus und weil sie nicht gestorben ist, so schüttelt sie noch heute.

Goldmarie

 © Petra Möller

inspired by Stephan Kordick und Shai Tubali 🙂

Im Spiegel deiner Seele – Eine Liebe zwischen Diesseits und Jenseits

Buchcover Vorderseite

Was geschieht, wenn das eigene Leben so verrückt und anders erscheint als bei den Mitmenschen? Wie verarbeite ich am besten Geschehnisse, die ich nur wenigen engen Freunden anvertrauen würde? Genau, ich schreibe ein Buch darüber! Und das nicht in einem Stück, sondern in Etappen und mit Pausen, in denen ich geduldig darauf warten darf, was als nächstes geschieht. Und beim Schreiben erlebe ich dann eine überraschende Weite. Mein zähes kleines Leben erscheint auf dem Papier wie ein Abenteuer, es wird plötzlich groß, bedeutend und spannend. Ich atme Lebendigkeit in Paula, die Hauptdarstellerin in meinem Buch. Ich beatme ihre Welt, ihre Gefühle und die anderen Schauspieler in dem Kinofilm, der in meinem Kopf und zeitgleich in meinem eigenen Leben spielt. Ich lache und weine also plötzlich nicht mehr nur als ich selbst, sondern genauso für Paula und die anderen Darsteller. Ich verstehe endlich, dass ich das alles selbst bin in meinem Lebensfilm: Regisseurin, Hauptrolle, Nebenrollen, Landschaft, Musik und sogar die Leinwand auf der sich alles bewegt.

In dem Buch „Im Spiegel deiner Seele – Eine Liebe zwischen Diesseits und Jenseits“ schlägt ein lebendiges Herz, das meine Geschichte erzählt.

Paula geht nach dem frühen Tod ihres Ehemanns und Seelengefährten Lukas einen langen Weg nach Innen. Bereits seit Jahren lebt sie ihre Hellsichtigkeit im Alltag und hält durch diese Gabe auch den Kontakt zu Lukas’ Seele. Die Geschichte beginnt nach einer kurzen Rückschau in Form eines Traumes, an seinem 20. Todestag. Als spiritueller Lehrer begleitet Lukas Paula mit Tiefgang, aber auch mit sehr viel Humor. Gemeinsam reisen sie in die Vergangenheit, erarbeiten anhand Paulas ziemlich dramatischen Beziehungen zu Männern die Kraft des Spiegelgesetzes. Paula erlöst dadurch viele Traumatisierungen, wird aber immer noch von Angst und Zweifeln geplagt und darf einige Prüfungen bestehen. Sie erkennt dabei, dass Authentizität und Offenheit positiv ankommen, wenn sie sich selbst und auch andere mit Achtung und Respekt in ihrer Individualität sieht und anerkennt. Lukas, der inzwischen wieder in seiner und auch Paulas ursprünglichen ätherischen Sternenheimat Altair lebt, plant nun, ihr erneut einen Mann zu schicken. Er bereitet sie darauf vor, denn er möchte, dass sie weitere Entwicklungsschritte macht und mutig vorwärts geht. Das geschieht auch wie geplant, wenn auch auf sehr verwirrende Weise und ganz anders als von Paula erhofft. Dennoch lässt sie sich ein …

Paula, die für ihr Leben gerne schreibt, bringt die Essenzen ihrer vielen Erkenntnisse aus dieser Zeit mit Freude zu Papier. Im Laufe der Geschichte verfasst sie tiefgreifende kurze Märchen, Gedichte, strukturierte Einsichten über Authentizität und geistige Gesetze. Metaphern, Klarheit und Berührung dienen dabei dem besseren Verständnis und auch der Anwendung im Alltag. Paula verwandelt Herzenswünsche in Entscheidungen und schreibt auch einige medial empfangene Botschaften ihrer Sternengeschwister auf, die in der Geschichte ebenfalls eine große Rolle spielen. Die Resultate auf Paulas Einsichten und disziplinierter Innenarbeit zeigen sich bald in sehr positiver Weise. Neue Freunde, spirituelle Arbeit, hoffnungsfrohe Aussichten, sowie eine Form von Liebe, die nichts mehr fordert oder erwartet, sind mit Hilfe der geistigen Welt der Eintritt in eine neue Bewusstseinsebene für Paula. Überpersönliche Liebe wird lebbarer und zum dauerhafteren Gefühl. Aber die Transformationen und Auflösungen gehen natürlich weiter, in immer tiefere Schichten des Seins. Eine erneute und sehr schwere Prüfung erschüttert Paula in den Grundfesten ihres gerade erst wiedergewonnenen Vertrauens. Lange dauert es, bis sie den Sinn versteht und das Geschehen annehmen kann.

Das Ende der Geschichte ist für Paula vielleicht kein typisches ‘Happy End’, jedoch ein Freilassen. Ein offener Weg in noch mehr Bewusstheit und in eine Liebe die größer ist als sie selbst.

Mein Geschenk an Dich, liebe Leserin, lieber Leser ist es, Dir mit dieser Geschichte Mut zu machen. Mut, auch die Wegstrecken zu gehen, die in Dunkelheit und Nebel gehüllt sind und die sich dennoch als das größte Geschenk Deines Lebens offenbaren können, wenn sich der Schmerz in Liebe verwandelt. Manchmal sind diese Geschenke merkwürdig verpackt und es braucht eine Zeit, um sie zu erkennen. Aber wenn sie sich Dir zeigen, wird Dein Leben ganz neu sein, weiter, bewusster und in einer großen Klarheit darüber, wer Du wirklich bist.

Herzlichst Petra Möller

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Die Wahrheit über die kleine Meerjungfrau

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Es war einmal eine kleine Meerjungfrau, die als jüngste Tochter des Meereskönigs, geborgen und geliebt aufwuchs. Dennoch war sie anders als ihre Schwestern und Spielkameraden, die unbeschwert in den Tag hinein lebten. Ein sehnsüchtiges Ziehen im Herzen trieb die kleine Meerjungfrau oft weit hinaus ins Meer, zu einer Stelle, an der ein riesiger schroffer Felsen aus dem Meer ragte. Auf diesem Felsen saß sie meist am Tag, aber auch in der Nacht, wenn sie nicht schlafen konnte. Tagsüber fuhren manchmal Schiffe über das Meer. Dann hielt sie sich im Schutz des Felsens gut versteckt, da der Vater sie oft genug vor den Menschen, deren Waffen und Schleppnetzen gewarnt hatte. Seither misstraute sie den Menschen zwar, war aber gleichzeitig sehr neugierig auf sie. In den Nächten, wenn sie auf der Spitze des Felsens sitzend, sehnsuchtsvoll in den leuchtenden Sternenhimmel sah, schien es ihr, als sei ihre wahre Heimat dort oben am Himmel. Ein Gefühl, welches sie im Kreise ihrer Familie häufig vermisste. Trotz deren spürbarer Liebe für sie, fühlte sie sich ihnen manchmal nicht zugehörig. Wenn sich aber das Licht der Sterne und des Mondes in den Schuppen ihres Fischschwanzes brach und dieser dann funkelte wie ein Spiegelbild des Himmels, dann fühlte sie sich geborgen und auch zu Hause.

Jede kleine Meerjungfrau, liebt, achtet und pflegt ihren Fischschwanz, denn er repräsentiert die Einheit und das Steuerruder ihres Lebens. Ohne ihn ist sie machtlos und nicht lebensfähig.

Eines Abends, als die kleine Meerjungfrau wieder zu ihrem Felsen schwamm, überraschte sie der Anblick eines besonderen Schiffes. Vorsichtig schwamm sie näher und sah durch die hell erleuchteten Fenster, wie dort viele Menschen tanzten, aßen und tranken. Ein junger Mann in festlicher Kleidung stand im Mittelpunkt. In der Dunkelheit des Meeres schwamm die kleine Meerjungfrau ganz dicht an das Schiff heran, sodass sie durch ein Bullauge ins Innere des Schiffes blicken konnte. Sogar die Stimmen konnte sie hören, denn Meerjungfrauen haben ein sehr feines Gehör. Die Gäste in festlicher Kleidung gratulierten dem jungen Mann zum Geburtstag und sie erfuhr nun, dass er der Prinz sei. Er schlenderte näher in ihre Richtung und als er durch das Bullauge hinaus in die Nacht schaute, fiel sein Blick genau in die Augen der kleinen Meerjungfrau. Dieser Blick war wie ein kurzes Verschmelzen ihrer Seelen, aber dann erschrak die kleine Meerjungrau zutiefst. Schnell tauchte sie zurück ins Meer und schwamm zu ihrem Felsen. Von dort beobachtete sie nun, in sicherer Entfernung und mit klopfendem Herzen, das festlich erleuchtete Schiff. So lange, bis ein schwerer Sturm aufzog.

Tief tauchte sie nun unter die stark aufgewühlte und tosende See, hinunter in ruhigere Zonen des Meeres. Bald schon hörte sie von der Oberfläche her ein Krachen, die Schreie der Menschen und es kamen die ersten Teile des gesunkenen Schiffes in Richtung Meeresboden herab. Die kleine Meerjungfrau kannte das bereits, schon oft hatten sie und ihre Schwestern sich nach Stürmen wunderbare Schätze aus den gesunkenen Schiffen geholt, aufregende Dinge aus der Menschenwelt. Doch diesmal fühlte sie Angst. Angst um den Prinzen, vermischt mit einem schönen Gefühl der Aufregung. Sie spürte ihr Herz, wie es brannte in dem tiefen Verlangen, ihn zu finden. Ja, die kleine Meerjungfrau hatte sich verliebt! In einen Menschen!

Verzweifelt schwamm sie nun suchend durch das tosende Meer und sah ihn, ihren Prinzen, dann tatsächlich leblos Richtung Meeresgrund sinken. Sie wusste, er würde unter Wasser nicht lange überleben. Mutig trug sie ihn mit all ihren Kräften an die Wasseroberfläche und schwamm mit ihm an Land. Erschöpft zerrte sie ihn auf festen Boden, setzte sich neben ihn und schaute ihn genauer an. Wie friedlich und schön er aussah! Ob er noch lebte? Sie berührte sein nasses Gesicht und sang ein Lied der Heilung, denn das hatte sie in der Schule gelernt. Heilgesänge waren in der Meerjungfrauenschule ein Unterrichtsfach. Der Prinz fing an sich zu bewegen, er hustete und spuckte Wasser. Kurz darauf öffnete er seine Augen, zum zweiten Mal trafen sich kurz ihre Blicke und dann wurde er wieder bewusstlos. Die kleine Meerjungfrau aber war vollkommen verzaubert. Nie wieder wollte sie von ihrem Prinzen getrennt sein und für alle Zeiten an seiner Seite bleiben. Doch dann hörte sie aus der Ferne Menschenstimmen. Angstvoll robbte sie ins Meer und schwamm zurück, nach Hause zu ihrer Familie.

Von dieser Nacht an konnte die kleine Meerjungfrau nur noch an ihn denken, an den Prinzen in ihrem brennenden Herzen. Sie musste ihn einfach wiedersehen. Doch wie? Verzweifelt weinte sie so manche Nacht auf ihrem Felsen, bis ihr eine Idee kam: Sie musste ein Mensch werden, denn nur so konnte sie ihm erneut begegnen. Dann würde er sie wiedererkennen und sie wären glücklich bis an ihr Lebensende.

Am nächsten Tag schwamm die kleine Meerjungfrau -mutig und zu allem bereit- zur alten Meerhexe, die in den dunklen Regionen des Ozeans lebte. An einem Ort, den das Licht der Sonne nicht mehr erreichen konnte.

Die alte Meerhexe galt als sehr weise und besaß große Zauberkräfte. Die meisten Meeresbewohner fürchteten sie, denn sie hielt ihnen oft den Spiegel der Dummheit vor, entlarvte Illusionen und Irrglauben.

Aber die kleine Meerjungfrau hatte keine Angst. Getrieben von ihrem Wunsch, ein Mensch zu werden, überwand sie alle Hindernisse auf dem Weg. Ihr verliebtes, brennendes Herz wurde zu einer Fackel, welche ihr den Weg durch die Dunkelheit wies.

Die alte Meerhexe hörte sich ihr Anliegen geduldig, jedoch besorgt an. Dann sagte sie zu der kleinen Meerjungfrau:

„Bevor du dich Kraft deines freien Willens endgültig für diese Wandlung entscheidest, höre erst auf das, was ich dir sage: Du hast dich verliebt! Ja. In der Menschenwelt passiert das ständig. Denn dort hat alles ein Gegenteil. Wer sich verliebt, der entliebt sich eines Tages. Verlieben ist nichts als Selbstbetrug. Es hat mit wahrer Liebe nur sehr wenig zu tun. Das ‘Verliebtsein’ trifft dich wie ein Blitz, eine gleißende Helligkeit, die dich blind macht. Die dich einschlafen lässt, weil der Rauch der Täuschung deine Sinne vernebelt. Die wahre Liebe jedoch, sie kennt kein Gegenteil. Sie wächst beständig, sie entwickelt sich langsam und sie schließt eines Tages alles ein, wirklich ALLES. Niemals will sie etwas besitzen, denn sie fließt in einem ewigen Fluss. Wenn du aber verliebt bist, willst du den anderen besitzen und so erscheint bald die Angst statt der Liebe. Angst vor Verlust, Schmerz und auch Leid. Verliebt sein bedeutet Vergänglichkeit und Trennung, so wie der Körper bei der Geburt bereits den Tod in sich trägt. Liebe dagegen bedeutet Ewigkeit. Das verstehen die wenigsten Menschen. Sie besingen das Verliebtsein, sie schreiben darüber romantische Gedichte. Und dann schreiben sie wieder Gedichte über ihren Schmerz und den Verlust. Sie verkaufen ihre Seele für ein paar gute Gefühle. Sie verlieren ihre Identität, verbiegen sich, passen sich an, lösen sich auf in anderen und das alles nur, um endlich das Gefühl zu bekommen, geliebt zu werden. Aber das ist trügerisch, du solltest vorsichtig sein. Dort in der Menschenwelt ist alles getrennt. Selbst der Fischschwanz der Einheit, das Steuerruder des Lebens wurde getrennt. Beine nennen die Menschen das. Und bedenke besonders: Alles in der Welt der Trennung hat seinen Preis. Auch du musst bezahlen, wenn du ein Mensch sein willst! Du bekommst nur menschliche Beine, wenn du mir im Gegenzug deine Stimme gibst. Überlege es dir gut, denn du hast viel zu verlieren. Deinen Fischschwanz, deine Stimme, deine Freiheit, die Einheit des Meeres, deine Würde, ja vielleicht sogar dein Leben.“

Die kleine Meerjungfrau hatte wenig von den Worten verstanden, denn während die Hexe sprach, war sie in Gedanken dabei, sich ihr Leben mit dem Prinzen in den schönsten Farben auszumalen. Ach, wenn sie nur endlich Beine hätte! Und so überhörte sie ungeduldig die Bedenken der Meerhexe und war zu allem bereit, nur um endlich mit ihrem Prinzen vereint sein zu können. Und so gab sie der Meerhexe die Einwilligung für den Zauber, der sie zum Menschen werden lassen sollte. Wie geheißen, opferte sie etwas dafür: Ihre Stimme! So hatte es die Meerhexe bestimmt. Diese sprach daraufhin einen Zauber aus und wies die kleine Meerjungfrau an, so schnell wie möglich an Land zu schwimmen, denn schon bald würde sich ihr Fischschwanz in menschliche Beine verwandeln. Und so geschah es.

Als der Prinz in der Frühe des nächsten Morgens am Strand spazieren ging, fand er dort ein nacktes, frierendes Mädchen. Hilfsbereit hüllte er sie in seine Jacke ein und brachte sie in sein Schloss. Irgendwie kam sie ihm vertraut vor, aber da sie nicht sprechen konnte, erinnerte er sich nicht. Sein Herz sandte Signale, schickte Bilder in seine Gedanken, aber er wollte dieses weder hören noch sehen. Er wollte einfach keine Veränderungen in seinem gut durchdachten Leben, denn er liebte seine gewohnte Welt mehr als etwas Neues, das ihm fremd erschien und sich doch so seltsam vertraut anfühlte. Er mochte das Mädchen zwar auf eine unerklärliche und besondere Weise, aber es verwirrte ihn. Jedoch schob er diese Verwirrung auf sein gerade wiedergewonnenes Leben nach dem Schiffsunglück und beachtete diese merkwürdigen Gefühle nicht weiter, er schob sie einfach weg. Glücklichen Herzens, ohne seine Gedanken zu erahnen aber, erreichte die stumme kleine Meerjungfrau, die nun ein Mensch geworden war, auf den starken Armen ihres Prinzen das Schloss, wo man sie freundlich umsorgte und ihr schöne Kleider schenkte.

Doch bereits am nächsten Tag fand ihr Glücksgefühl ein jähes Ende. Ein großes Fest wurde vorbereitet, denn der Prinz sollte schon bald eine Prinzessin aus dem Nachbarreich heiraten. Unwissend ihres Schmerzes, lud er die kleine Meerjungfrau ein, an diesem Tag mit ihnen zu feiern und zu tanzen. Da sie nicht wusste, wohin sie sonst gehen sollte, blieb sie tatsächlich, ihr Herz jedoch krampfte sich unter Schmerzen zusammen. Am Tag der Hochzeit tanzte sie so anmutig, dass alle Gäste erstaunt zusahen. Doch sie spürte die Blicke nicht, sie tanzte einzig und allein für den Prinzen. Dieser aber hatte nur Augen für seine Braut und beachtete die Tänzerin nicht. Jeder Schritt mit den Menschenbeinen bereitete der kleinen Meerjungfrau Schmerzen. Es war, als tanzte sie auf spitzen Messern, aber sie tanzte und tanzte…

Erst als der Prinz und seine Frau sich zurückzogen, da verließ auch sie das Fest. Das Feuer ihres brennenden Herzens trieb sie ans Meer, zurück an den Strand, an dem sie erst vor ein paar Tagen angekommen war. Sie lief ein Stück in die Wellen hinein, um ihre schmerzenden Beine zu kühlen, der Wind ließ ihre Haare wehen und zum ersten Mal spürte sie den Wert der Freiheit, in der sie als Meerjungfrau gelebt hatte und die ihr nun wohl für immer verwehrt blieb. Welchen Wert hatte ihr Leben noch? Der Prinz war in eine Andere verliebt und sie hatte unbedacht alles für ihn aufgegeben. Alles was sie einst ausmachte, war dadurch verloren gelangen: Ihr Fischschwanz und damit ihr Lebenssteuer, ihre Stimme und damit ihr besonderer Lebensausdruck. Die Worte, die die alte Meerhexe vor ihrer menschlichen Verwandlung gesprochen hatte, tauchten im Bewusstsein der kleinen Meerjungfrau auf und sie verstand deren Sinn nun in der Tiefe. „Zu spät… zu spät…!“, raunte der Wind.

Die kleine Meerjungfrau mit den schmerzenden Menschenbeinen und dem brennenden Herzen war bereit zu sterben. Weit lief sie in das Meer hinein, bis sie nicht mehr stehen konnte. Eine Weile trieb sie haltlos durch das Wasser, dann ging sie unter. Aber sie starb noch nicht, denn plötzlich tauchte die alte Meerhexe vor ihr auf. Ihr gütiger Blick schenkte der kleinen Meerjungfrau einen kurzen Augenblick lang die Hoffnung, dass diese sie wieder in ihre alte Identität zurückverwandeln könnte, aber die folgenden Worte der alten Meerhexe nahmen ihr diese Hoffnung wieder. „Leider kann ich dir nicht helfen, indem ich dich wieder in eine Meerjungfrau zurückverwandele“, sprach sie. „Es gibt kein Zurück, denn du hast deine Entscheidung ein Mensch zu werden, in Freiheit und mit eigenem Willen getroffen. Dein Körper wird jetzt sterben, aber das was du wirklich bist, das ist unsterblich. Finde die wahre Liebe, tauche ein in die tiefsten Tiefen um sie zu entdecken und dann steige mit ihr auf.“

 Der menschliche Körper der kleinen Meerjungfrau verging also im Meer, aber ihre Seele trat aus dem Körper hinaus, wie eine Wolke aus zartem Meeresschaum. Diesmal wollte die Seele der kleinen Meerjungfrau die Worte der alten Meerhexe befolgen. Zuerst ließ sie sich mit Hilfe einer Welle zurück zu ihrer Familie spülen. Der Schaum berührte auf diese Weise alle ihre Lieben noch einmal und sie fühlte die unglaublich starke Liebe ihres Vaters und ihrer Schwestern. Sie nahm leise Abschied und tauchte dann auf den tiefsten Meeresgrund hinab in tiefe Stille und Dunkelheit. Unzählige Muscheln lagen dicht an dicht verschlossen auf dem Meeresboden. „Finde die wahre Liebe!“, hatte die alte Meerhexe ihr geraten. Der kleinen Meerjungfrau erschien es fast aussichtslos, an diesem Ort die Liebe zu finden. Es war so dunkel hier. „Höre auf dein unsterbliches Herz!“ tönte die Stimme der alten Meerhexe nun in ihre Gedanken. Und die kleine Meerjungfrau lauschte mit dem Herzen, das in dem Schaum ihrer Seele aufleuchtete. Es führte sie zu einer kleinen unscheinbaren Muschel inmitten der Menge. Mit ihrem Schaum berührte sie die Muschel zärtlich. In diesem Moment ging die Muschel langsam auf, Licht strahlte aus dem Inneren und die kleine Meerjungfrauenseele erblickte eine wunderschöne Perle. Diese war so vollkommen, so einfach, so wunderschön, dass das Herz der kleinen Meerjungfrau sich vor Liebe weit öffnete, aber es brannte nicht mehr. Es strahlte, genau wie die Perle, sein warmes Licht in die Dunkelheit. Ihr Herz war nun genauso vollkommen geworden wie die Perle, denn es hatte die wahre Liebe und die Einheit gefunden. Ein tiefer Frieden und Glückseligkeit durchströmten die Seele der kleinen Meerjungfrau. Aber es war noch nicht an der Zeit aufzusteigen.

 Mit der Kraft einer besonders großen Welle ließ sie sich in Richtung Strand spülen. Dort saßen der Prinz und seine Gemahlin verliebt Händchen haltend im Sand und blickten aufs Meer. Gleich würde die Sonne untergehen, der Himmel färbte sich bereits in den schönsten Rottönen. Eine Welle rollte weit in den Strand hinein, gekrönt von rötlich gefärbtem Schaum. Die Gischt spritzte den Prinzen und seine Frau nass, roter Schaum berührte ihre Herzen und ließ diese für einen Moment in Liebe aufleuchten. Dann zog sich die Welle zurück ins Meer. Kurz darauf stieg ein purpurrotes Licht auf in den Himmel, genau in dem Moment, als die Sonne ihre letzten Strahlen des Tages ins Meer eintauchte.

 „Wahre Liebe will nichts besitzen … sie verschenkt sich… sie fließt mit der Ewigkeit.“, seufzte die alte Meerhexe, die alles beobachtet hatte und kehrte zufrieden zurück in ihr dunkles Reich.

© Petra Möller

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